Früh fing ich an mich für Pferde zu interessieren. Nachdem meine ältere Schwester mit Voltigieren anfing, wollte ich dies auch machen. Mit 6 durfte ich dann im Reitverein Schenefeld Voltigieren. Ich war immer ‚die Kleine’ die überall oben drauf musste. Als ich 8 war, ist meine Familie nach England gezogen. Dort gab es kein Voltigieren und ich fing an zu reiten. Da wir nicht viel Geld hatten, gingen meine Schwestern und ich jeden Tag nach der Schule (und die ging dort bis 15:30 Uhr) in den dörflichen Reitstall um dort in der Nähe von Pferden zu sein. Wir misteten Ställe aus, reinigten Zaumzeug, putzten Pferde und Ponys und machten alles was so anfiel damit wir einmal alle 2 Wochen eine Reitstunde umsonst bekamen. Zum Geburtstag und Weihnachten standen an 1. Stelle auf dem Wunschzettel „ein Pony“ und an 2. Stelle Reitstunden. Nach und nach freundeten wir uns alle mit anderen Kindern an, die eigene Ponys oder Pferde oder Esel hatten, sind ständig dort gewesen und haben überall geholfen und geritten.

    

Als ich 17 war kamen wir nach Deutschland zurück und ich wollte einen Beruf mit Pferden erlernen. Das erste Jahr arbeitete ich als Volontär für die beiden Bereiter im Reitstall Klövensteen. Dort hatte ich die Möglichkeit alle möglichen Pferde zu reiten – vom jungen, gerade eingerittenen Pferd über total überdrehte Springpferde bis hin zum S-Dressurpferd. In der Hoffnung dort eine Lehrstelle als Bereiter zu bekommen, arbeitete ich dort täglich für ein Jahr. Der ‚Vorstand’ entschloss sich dann doch keinen Lehrling zu beschäftigen und mir blieb nichts anderes übrig als erst einmal etwas anderes zu lernen und absolvierte eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Danach arbeitete ich in verschiedenen Firmen als Sekretärin – die letzten 25 Jahre in einer Bank.

Während dieser Zeit hatte ich die Möglichkeit die Hannoveraner meines Onkels zu reiten. Den ‚Anton’ habe ich eingeritten, viel Spaß mit ihm gehabt und musste ihn dann wegen Kreislaufproblemen mit 20 Jahren in ‚Rente’ schicken.

Meine Schwester überredete mich mit nach Berlin zu kommen: „Dort gibt ein Cowboy einen Kurs, der sieht aus wie der ‚Marlboro-Mann’ und kann ganz toll mit Pferden umgehen“ sagte sie mir. Der Horseman war Pat Parelli und ich war fasziniert!

Inzwischen war ich 38 und erfüllte mir endlich meinen Kinderwunsch: ich kaufte mir mein erstes eigenes Pferd! Sie ist eine dänische Warmblutstute namens Cara, 152cm groß, Rappe und war damals 5 Jahre alt. Ich weiß nicht viel über ihre Vergangenheit, nur dass ich mindestens ihr 5. Besitzer bin und sie das letzte Jahr bei unseren Nachbarn auf der Weide stand. Ich war soooo stolz auf mein Pferdchen und wollte sie nun auch in den Stall den ich für uns ausgesucht hatte bringen. Wir benötigten 5 ½ Stunden um Cara auf den Anhänger zu bekommen. Es wurden alle Register gezogen (von beiden Seiten!), ein Stuhl ging kaputt, ich bin zwischendurch heulend mit meinem wunderschönem Pferdchen am Halfter durch den Wald gegangen damit wir uns beide mal etwas beruhigten, und am Ende habe ich sie Fuß für Fuß auf den Hänger gestellt bekommen. Da habe ich einen Entschluss gefasst: DAS passiert mir NIE wieder!! Ich besuchte mit Cara einen Grundkurs bei Birger Gieseke, damals einziger Parelli-Natural-Horsemanship-Ausbilder in Deutschland. Nach diesem Kurs lief Cara alleine auf den Anhänger und ich stand nur neben der Rampe! Es war genial – so sollte das doch sein oder? Heute muss ich aufpassen wenn wir an einem offenen Anhänger vorbei kommen, denn inzwischen findet sie das so klasse, dass sie einfach einsteigen will (auch wenn ich oben drauf sitze!)

In dem System von Pat Parelli habe ich dann weiter gemacht bis zum ‚Level 3’. Ich nutzte jede Gelegenheit Kurse auch Kurse bei anderen Pferdeleuten wie Leslie Desmond, Steve Halfpenny, Dave Stuart, Tony Lander, Berni Zambail und Anderen zu belegen und ging für 3 Monate nach USA, Colorado, um auf der‚ Horseman’s University’ von Parelli zu lernen.

Durch die Schließung der Bank für die ich gearbeitet habe, habe ich nun endlich die Möglichkeit genutzt und den Sprung in meinen Traumberuf gewagt.

Ich möchte Pferden und ihren Menschen helfen besser mit einander zu kommunizieren und somit eine richtige Partnerschaft zu bekommen.